Hofmaenner Racing


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09 St Ursanne

2009

Bergrennen St Ursanne - Les RangiersDurchdrehende Räder

Die Wettervorhersagen versprachen zwei heisse und trockene Tage. Unter diesen Umständen war der Fahrerpark gut geeignet : Eine riesige Wiese am Rande des Städtchens und kurz vor dem Start.

Den ersten Trainingslauf absolvierte ich als Besichtigungslauf und staunte auch hier über die vielen Kurven bis zum Waldausgang. Ich konnte mir schwer vorstellen, die Strecke bis am nächsten Tag in den Griff zu bekommen und immer zu wissen, welche Kurvenkombination folgte. Die Zeit von 2:41 entsprach meiner Touristenfahrt und liess noch grosse Verbesserungsmöglichkeiten offen. Der zweite Lauf endete mit 2:32 und ich rechnete mit einer Bestzeit im Rennen von ca. 2:25. Auch im letzten Trainingslauf blieben mehrere Unsicherheiten, immerhin unterbot ich knapp die 2:30 Grenze. Dies entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 122 km/h (Rennwagenrekorde 175 km/h !). Mit stehendem Start und drei engen Kehren im obersten Teil erfordert das im Kurvengeschlängel durch den Wald eine Geschwindigkeit von 130-160 km/h im 4. Gang. Spitzengeschwindigkeit vor „Grippon“ war gut 200 km/h, die Radargeschwindigkeit ausgangs Kurve wird hoffentlich noch publiziert wie im letzten Jahr. In den engen Kehren drehten die Räder voll durch und bestätigten, dass die gelbe Warnanzeige auf dem Display einen Grund haben musste. Nur mit geradegestellten Rädern beschleunigte der EVO wie gewohnt.

Am Abend besichtigte ich die Strecke noch (2 Fahrten) mit Hans Schori, der mir die wichtigsten Merkpunkte systematisch erklärte. An den meisten Stellen waren die Einlenkpunkte und auch die Scheitelpunkte mit roter Leuchtfarbe angezeichnet, vermutlich von Europameisterschaftsfahrern mit schnellen Rennwagen. Ich brachte es aber bis am Schluss nicht fertig diese Markierungen während der Fahrt zu sehen und eine genaue Linie zu fahren.

Auf den am Abend gezeigten Videos war klar zu sehen, dass bei mir am Kurvenausgang eines oder mehrere Räder wirkungslos durchdrehten. Bei normaler Traktion habe ich nicht genügend Leistung, um beim Beschleunigen soviel Rauch zu erzeugen.

Das Rennen am Sonntag begann bei schönstem Wetter pünktlich. Unüblich starkes Durchdrehen der Räder beim Start stimmte mich nicht sehr optimistisch. Der schnelle Streckenteil gelang gut, die Einfahrt in die Hauptstrasse im 4. Gang ohne Lupfer war ( wie eigentlich klar ) völlig problemlos. Dass der Ferrari von Ruch dort in die Leitplanken krachte muss vermutlich einen technischen Grund gehabt haben.

Auch Grippon, Wald und Waldausgang gelangen gut und ich war sicher, bis dort schnell unterwegs gewesen zu sein. In den Kehren dann wieder das Desaster : Im dritten Gang mit 2000 U/min durch die ganze Kurve rollen, Lenkung geradestellen, zurückschalten und Gas geben……..dies dreimal nacheinander unter den Blicken von tausenden Zuschauern. Ich kann es ihnen nicht verübeln, wenn sie von dieser Vorstellung alles andere als begeistert waren und mir nicht gerade positive Qualifikationen erteilten. 2:30 im ersten Rennlauf, 2:29 mit miserablem Start im zweiten und 2:35 verhalten gefahren wegen zunehmenden Geräuschen aus dem Antrieb im dritten Lauf, waren das enttäuschende Ergebnis. Ich glaube fest, dass ohne die technischen Problemen gute 2:24 möglich gewesen wären. Ich hoffe, dass die Radarmessungen bei Grippon wie letztes Jahr publiziert werden, ich möchte gerne wissen, ob ich im zweiten Lauf (im 5.Gang) schneller oder langsamer war.

Die Klasse gewann Schori (Mitsubishi ca 720 PS/1050kg) vor Ianiello (Lancia ca 600 PS/950kg). Die beiden waren in keinem Lauf mehr als 8/100stel Sekunden auseinander, in der Addition der zwei schnelleren Läufen siegte Schori mit einem Vorsprung von 1/100stel !!! das sind bei der Zieldurchfahrt mit ca 180km/h etwa 50cm.

www.rangiers.ch

Kleine Ursache – grosse Wirkung
Entwarnung ! Es war kein teurer Defekt, der in den engen Kehren jegliche Traktion unterband und ein zügiges Vorwärtskommen verhinderte. Ein Lenkwinkelsensor lieferte keine/falsche Informationen an das ASC (Active Stability Control). Elektronik ist hilfreich, solange alles stimmt, bei Fehlinformationen kann sie sehr störend wirken


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